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Warum wir Shopify verlassen haben

19. März 2026
9 Min. Lesezeit
MMillad Jamali

Die Kurzfassung

Wir haben unseren Online-Shop für refurbished Mini-PCs rund 2 Jahre auf Shopify betrieben. Es hat funktioniert — bis wir uns die monatlichen Kosten wirklich angeschaut haben. Zwischen Shopify-Grundgebühr, Transaktionsgebühren, App-Kosten und Theme-Einschränkungen kamen über 300 EUR pro Monat zusammen. Für Funktionen, die wir teilweise gar nicht brauchten — und Funktionen, die wir brauchten, aber nicht bekamen.

Heute läuft unser Shop auf Medusa.js und Next.js. Die Ladezeit ist von 3,8 Sekunden auf unter 1 Sekunde gesunken. Wir zahlen 0 EUR Plattformgebühren. Und wir haben die volle Kontrolle über jeden Pixel — vom Produktkonfigurator bis zum Checkout.

Das hier ist kein generischer "Shopify vs. XY"-Vergleich. Das sind unsere echten Zahlen und Erfahrungen.


Das Problem: Der schleichende Kostenberg

Am Anfang war Shopify perfekt. Setup in einem Tag, Templates sehen okay aus, Payment funktioniert. Für einen kleinen Shop ohne besondere Anforderungen ist Shopify nach wie vor eine gute Wahl.

Aber dann wächst der Shop. Und mit dem Wachstum kommen die Kosten.

Unsere monatlichen Shopify-Kosten (real)

PositionKosten/Monat
Shopify Basic Plan36 EUR
Shopify Payments Transaktionsgebühren (ca. 2% auf 8.000 EUR Umsatz)~160 EUR
SEO-App (Plug in SEO)20 EUR
Upsell/Cross-Sell App15 EUR
Review-App10 EUR
Backup-App5 EUR
Theme-Anpassungen (durchschnittlich)~50 EUR
Gesamt~296 EUR

Fast 300 EUR im Monat. Und das bei Shopify Basic — nicht Plus.

Bei Shopify Plus hätten wir ab 2.300 EUR/Monat gezahlt. Plus 0,25–0,4% Transaktionsgebühren on top. Bei 100.000 EUR Jahresumsatz wären das über 27.600 EUR pro Jahr nur an Plattformgebühren.

Was uns zusätzlich gestört hat

1. Ladezeit von 3–4 Sekunden

Shopify-Themes sind aufgebläht. Jede App lädt eigenes JavaScript. Wir hatten 3,8 Sekunden First Contentful Paint — und das ist noch moderat für einen Shopify-Shop. Google bestraft langsame Seiten im Ranking. Jede Sekunde Ladezeit kostet nachweislich 7% Conversion.

2. Checkout und Warenkorb nicht anpassbar

Bei Shopify Basic und Standard können Sie den Checkout nicht anpassen. Punkt. Selbst bei Shopify Plus sind die Möglichkeiten eingeschränkt. Wir wollten einen konfigurierbaren PC-Konfigurator im Warenkorb — unmöglich.

3. Kein echtes B2B

Wir brauchten Staffelpreise für Geschäftskunden, separate Kundengruppen, Rechnungskauf. Shopify bietet dafür erst ab Plus eine Lösung an — und die ist deutlich eingeschränkter als das, was wir letztendlich selbst gebaut haben.

4. Vendor Lock-in

Ihre Daten gehören Shopify. Ja, Sie können exportieren. Aber Ihr Theme-Code, Ihre App-Konfigurationen, Ihre Automatisierungen — alles ist an Shopify gebunden. Wenn Sie gehen, fangen Sie bei vielen Dingen von vorne an.

5. SEO-Limitierungen

Shopify generiert unnötige URLs (/collections/all, /products/...), hat eingeschränkte Kontrolle über Canonical Tags und macht strukturierte Daten kompliziert. Für ernsthaftes SEO ist das ein Problem.


Was wir stattdessen gebaut haben

Unser neuer Tech-Stack:

  • Backend: Medusa.js — Open-Source E-Commerce-Backend mit REST & GraphQL API
  • Frontend: Next.js — React-Framework mit Server-Side Rendering und Static Site Generation
  • Datenbank: PostgreSQL auf eigenem Hetzner-Server
  • Styling: Tailwind CSS
  • Hosting: Hetzner VPS (ca. 20 EUR/Monat)

Warum Medusa.js?

Medusa.js ist das, was Shopify sein könnte, wenn es Open Source wäre. Es bietet:

  • Vollständige REST & GraphQL API
  • Modulares Plugin-System
  • Multi-Region und Multi-Currency Support
  • Eigene Checkout-Flows
  • Kein Vendor Lock-in — der Code gehört Ihnen

Der entscheidende Unterschied: 0 EUR Plattformgebühren. 0% Transaktionsgebühren (nur die normalen Payment-Provider-Gebühren von Stripe/PayPal).

Warum Next.js?

Next.js ist das leistungsstärkste React-Framework auf dem Markt. Für E-Commerce ist es ideal:

  • Server-Side Rendering (SSR): Produktseiten sind sofort indexierbar
  • Static Site Generation (SSG): Kategorie-Seiten laden in Millisekunden
  • Image Optimization: Automatische Bildoptimierung, WebP, Lazy Loading
  • Core Web Vitals: Google liebt schnelle Seiten — und Next.js liefert

Die Ergebnisse nach 12 Monaten

Performance

MetrikShopify (vorher)Next.js (nachher)
First Contentful Paint3,8s0,8s
Largest Contentful Paint5,2s1,1s
Total Blocking Time890ms45ms
Cumulative Layout Shift0,180,01
PageSpeed Score (Mobile)4295

Das sind keine theoretischen Werte. Das sind die echten Lighthouse-Daten unseres Shops.

Kosten

PositionShopify (vorher)Jetzt
Plattformgebühren36 EUR/Mon.0 EUR
Transaktionsgebühren~160 EUR/Mon.0 EUR (nur Stripe: ~1,4%)
App-Kosten~50 EUR/Mon.0 EUR
Hosting (Hetzner VPS)20 EUR/Mon.
Monatliche Gesamtkosten~296 EUR~20 EUR
Ersparnis pro Monat~276 EUR
Ersparnis pro Jahr~3.300 EUR

Die einmaligen Entwicklungskosten haben sich innerhalb von 4 Monaten amortisiert.

SEO

Vor der Migration hatten wir kaum organischen Traffic. Shopify hat es uns schwer gemacht, technisches SEO sauber umzusetzen.

Heute:

  • 221 Keywords auf Seite 1 bei Google
  • 329 Keywords auf Seite 2 (bald Seite 1)
  • 24 Blog-Artikel die organischen Traffic bringen
  • +32% Klicks pro Woche (Trend steigend)

Das liegt nicht nur an der Migration — sondern daran, dass Next.js uns die volle Kontrolle über Meta-Tags, Schema.org-Markup, Canonical URLs, interne Verlinkung und Core Web Vitals gibt. Dinge, die bei Shopify entweder unmöglich oder nur über teure Apps machbar sind.

Funktionen, die vorher unmöglich waren

Nach der Migration haben wir in kurzer Zeit umgesetzt:

  1. Produktkonfigurator: 54 konfigurierbare PCs mit dynamischer Preisberechnung und Echtzeit-Specs
  2. B2B-Portal: Eigenes Portal unter b2b.mjtronics.de mit Staffelpreisen, Firmenregistrierung und Admin-Dashboard
  3. Individueller Checkout: Komplett angepasst an unsere Bedürfnisse — Gutscheinsystem, Versandlogik, Zahlungsoptionen
  4. Blog mit SEO-Optimierung: 24 Artikel mit Schema.org BlogPosting-Markup, automatischen internen Links und optimierten Meta-Tags
  5. Analytics Dashboard: Eigenes Dashboard unter analytics.mjtronics.de mit Echtzeit-KPIs

All das wäre bei Shopify entweder gar nicht möglich gewesen oder hätte Hunderte Euro pro Monat an App-Kosten verursacht.


Für wen lohnt sich die Migration?

Seien wir ehrlich: Eine Shopify-Migration ist nicht für jeden sinnvoll.

Migration lohnt sich, wenn:

  • Ihr Umsatz über 5.000 EUR/Monat liegt — ab hier werden die Transaktionsgebühren spürbar
  • Sie individuelle Funktionen brauchen — Konfiguratoren, B2B, Custom Checkout
  • SEO für Sie wichtig ist — und Sie die volle Kontrolle über Ihre technische SEO brauchen
  • Sie die Kontrolle behalten wollen — kein Vendor Lock-in, eigener Server, eigener Code
  • Ihre Shopify-App-Kosten über 50 EUR/Monat liegen — dann können Sie das meiste nativ nachbauen

Bei Shopify bleiben, wenn:

  • Sie unter 2.000 EUR/Monat Umsatz machen — hier sind die Gebühren überschaubar
  • Ihr Shop sehr einfach ist — wenige Produkte, Standard-Checkout, keine besonderen Anforderungen
  • Sie keinen Entwickler haben oder bezahlen wollen — Shopify ist ein gutes DIY-Tool
  • Sie schnell starten wollen — Shopify hat den Vorteil, dass ein Shop in einem Tag steht

Wir sagen das als Leute, die Shopify kennen und schätzen. Für viele kleine Shops ist Shopify die richtige Wahl. Aber ab einem gewissen Punkt zahlen Sie drauf — und bekommen weniger zurück, als Sie denken.


Der Migrationsprozess: Was Sie erwartet

Falls Sie über eine Migration nachdenken — so haben wir es gemacht:

Woche 1–2: Analyse und Planung
  • Bestandsaufnahme: Produkte, Kunden, Bestellhistorie, aktive Apps
  • Zielarchitektur definieren (Medusa.js + Next.js)
  • URL-Mapping für 301-Redirects (kritisch für SEO!)
Woche 3–4: Backend-Setup
  • Medusa.js installieren und konfigurieren
  • Produktdaten migrieren (CSV-Import oder API)
  • Payment-Provider einrichten (Stripe, PayPal)
  • Kundendaten importieren
Woche 5–8: Frontend-Entwicklung
  • Next.js Storefront aufbauen
  • Produktseiten, Kategorien, Warenkorb, Checkout
  • Responsive Design (Mobile-first)
  • SEO: Meta-Tags, Schema.org, Sitemap, Robots.txt
Woche 9–10: Testing und Launch
  • Umfangreiche Tests: Bestellprozess, Payment, Mobile, Cross-Browser
  • 301-Redirects einrichten (alle Shopify-URLs auf neue URLs)
  • DNS-Umstellung und Go-Live
  • Monitoring der ersten Wochen

Insgesamt haben wir ca. 6–8 Wochen gebraucht. Für einen Shop mit weniger Komplexität ist es in 4 Wochen machbar.


Fazit: Shopify ist gut — aber nicht für immer

Shopify hat uns geholfen, schnell zu starten. Dafür sind wir dankbar. Aber irgendwann wächst man raus — und dann wird Shopify teuer und limitierend.

Die Migration zu Medusa.js + Next.js war eine der besten Entscheidungen, die wir für unser Business getroffen haben:

  • 276 EUR weniger pro Monat an laufenden Kosten
  • 70% schnellere Ladezeit (von 3,8s auf 0,8s)
  • Volle Kontrolle über Checkout, Warenkorb, Design und Daten
  • 221 Keywords auf Seite 1 bei Google (SEO endlich richtig möglich)
  • Neue Geschäftsfelder wie das B2B-Portal und der Produktkonfigurator

Wenn Sie in einer ähnlichen Situation sind — rechnen Sie nach. Die Zahlen sprechen für sich.

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